Untersuchungsablauf

Um die Untersuchungsergebnisse nicht zu beeinflussen, wird der Penis zuerst sorgfältig gereinigt. Der Patient gibt daraufhin eine Samenprobe ab - allerdings muss er davor mindestens drei, besser fünf Tage lang sexuell abstinent gewesen sein - das gilt auch für Masturbation. Die Samenabgabe geschieht meist direkt vor Ort in der Praxis bzw. Klinik - auch, weil so das "frische" Ejakulat direkt untersucht werden kann. Dafür kann der Patient sich natürlich allein (oder auch mit der Partnerin) in ein ruhiges Zimmer zurückziehen. Wenn es mit der Samenprobe in der Praxis oder Klinik nicht klappt, ist auch eine Sperma-Abgabe zu Hause möglich. In diesem Fall muss die Probe spätestens innerhalb einer Stunde nach Samenerguss in einem speziellen, sterilen Behälter im Labor sein - und nicht unter 18 Grad abkühlen, bzw. sich über 40 Grad erwärmen. Am besten also, man(n) transportiert das Gefäß in der Hosentasche.

Das Ejakulat wird dann im Labor beschriftet - das beugt möglichen Verwechslungen vor. Nach frühestens 20 Minuten kann das Sperma untersucht werden, denn erst nach Ablauf dieser Wartefrist verflüssigt sich das zunächst zähflüssige Sperma so, dass es mikroskopisch analysiert werden kann.

Dazu wird die Samenflüssigkeit mit einem so genannten Zellkulturmedium (einer Flüssigkeit) vermischt. Das "verdünnte" Ejakulat wird dann zentrifugiert: So setzen sich die festeren, schweren Bestandteile des Gemischs ab. In diesem "Bodensatz" finden sich dann lediglich die zellulären Bestandteile des Ejakulats, also jene, die auch für die Befruchtung eine maßgebliche Rolle spielen.

Das Ergebnis des Tests, das "Spermiogramm", liegt meist nach wenigen Tagen vor. Ein einzelnes Spermiogramm reicht in der Regel nicht aus, da die Qualität des Samens auch von vielen Außenfaktoren, bzw. der Tagesverfassung abhängt. Aufschlussreich sind Spermiogramme deswegen nur, wenn mindestens zwei miteinander verglichen werden können (am besten im Abstand drei Wochen durchgeführt). Nur so können die wichtigsten Ergebnisse der physikalischen, mikroskopischen und biochemischen Untersuchungen einander gegenüber gestellt werden.