Grundlegendes

Die Samenflüssigkeit eines Mannes nennt man Ejakulat. Es besteht aus den Flüssigkeiten verschiedener männlicher Drüsen und den Spermien. Auf das Zusammenspiel kommt es an: Nur wenn alle Vorzeichen stimmen, gelangen die Spermien auch wirklich in die weibliche Eiszelle, wo sie sich einnisten - und neun Monate später als Baby das Licht der Welt erblicken.

Gesundes Ejakulat (meist zwei bis sechs Milliliter pro Samenerguss) hat eine milchig weiße bis graue, manchmal auch gelbliche Färbung. Mindestens 20 Millionen Spermien pro Milliliter sollten in ihm herumschwimmen. Der Großteil des Ejakulats stammt aus den Samenbläschen, das sind Drüsen innerhalb der Prostata am Anfang der Harnröhre: Sie produzieren mehr als 50 Prozent der Samenflüssigkeit. Diese ist reich an Fruchtzucker und dient den Samenzellen als Energielieferant auf ihrem Weg zur Eizelle der Frau. Die Prostata selbst steuert ein milchiges Sekret bei, das auf die Spermien bewegungsfördernd wirkt. Denn die Reise in die Eizelle kann bis zu 72 Stunden dauern.

Ein gesundes Spermium sieht immer gleich aus: Der "Spermienkopf" enthält sowohl das Erbgut des Mannes sowie weitere Substanzen, die das Eindringen in die mütterliche Eizelle erleichtern. In der Mitte des Spermiums sitzt das "Kraftwerk", das die nötige Stoffwechselenergie für den Weg in die Eizelle bereitstellt. Das Schwanzstück dient dem Spermium zur Fortbewegung Richtung Eizelle - mit einem Tempo von etwa 3 Millimeter pro Minute.

Es gibt zwei verschiedene Ausgaben eines Spermiums: Entweder eine x-Samenzelle, aus der später ein Mädchen wird, oder eine y-Samenzelle, aus der ein Junge hervorgeht. Je nachdem, wer von beiden das Rennen macht, liegt später entweder weiblicher oder männlicher Familienzuwachs in der Wiege.

Anders als die periodische Fruchtbarkeit der Frau produziert der Mann kontinuierlich Samenzellen in den Hoden. Drei Monate - etwa 72 Tage - braucht ein Spermium, bis es fertig ausgebildet ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei das männliche Sexualhormon Testosteron. Anschließend werden die fertig ausgebildeten Spermien im Nebenhoden "gelagert". Ist auch nur ein Bestandteil des Spermas gestört, kann Unfruchtbarkeit die Folge sein. Wo genau das Problem liegt, kann ein Spermatest aufzeigen.